Vordenker und Pioniere von geometrischen oder selbstbildenden Konstruktionen und Leichtbautechniken wie Frei Otto oder Buckminster Fuller, die Green Void des avantgardistischen Architecturbüros LAVA, sowie Produktdesigner wie Gaetano Pesce mit seiner Up series für B&B Italia und Streetartkünstler wie Joshua Allen Harris haben die Inspiration für das Diplomprojekt „Making Furniture With a Textile Mould“ von Joscha Brose an der UDK Berlin geliefert.
Der Ansatz des Projekts war es einen innovativen, industriellen Prozess zur Produktion von Möbeln zu entwickeln, bei dem die Materialeffizienz und die Potenziale von technischen Hightech Textilien und cutting edge Verarbeitungsverfahren der Textilindustrie genutzt und ausgelotet werden. In einem digital-analogen Prozess ist eine textile Form entstanden, welche zu 95% mit einem Hochfrequenz Schweißroboter kostengünstig maschinell hergestellt werden kann. In ersten Experimenten wurden 2 lagige Stoffformen ausgeschämt um das Verhalten von
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Die hohen Kosten für die Herstellung einer Spritzgußform entfallen, damit wird diese Produktionstechink für eine größere Anzahl an Fimen interessant. Die textile Hülle wird durch einen Innendruck ausgeformt, bzw. hier mit Polyurethanschaum ausgeschäumt. Das Schnittmuster der Aussenhülle ist Formgebend, damit wird quasi der Bezug des Möbels zur Werkzeug im Herstellungsprozess. Die Form ist an die physikalischen Wirkweisen des Prozesses angepasst und entspricht der besonders effizienten, geometrischen Konstruktion der Gitterschalen von Radolarien.
Die Struktur des Endoskelets dieser Einzeller, die als Plankton vorallem im Pazific vorkommen, entsteht durch den Zusammenschluss von Bläschen. In der Struktur der Gitterschale des Textile Moulded Chair wird quasi der Aufbau des Füllstoffs, also des Schaums, in einer hochskalierten Form sichtbar. Die auf sechseckigen Polyedern aufgebaute Struktur wird zudem dem Herstellungsverfahren optimal gerecht. Die organische Form soll zum einen auf moderne biomorpher Architektur eingehen, aber auch als Kontrast in puristischen, geometrischen Räumen und Materialien wie Stahl, Beton und Glas als „lebendiger“ Akzent funktionieren.